Kernbegriffe der Ergotherapie

 

Im Mittelpunkt der Ergotherapie steht der Mensch, der in seinem Alltag und in seiner Umwelt optimale Handlungsfähigkeit und Lebensqualität erhalten bzw. wieder erreichen will.

Die Begriffe „Handlung“, „Mensch“, „Alltag“, „Umwelt“ und „Lebensqualität“ sind daher für die Ergotherapie zentral.

Handlungsfähigkeit

 

Handlung wird in der Ergotherapie als übergreifender Begriff für alles verwendet, was ein Mensch tut, tun möchte oder was von ihm erwartet wird.

 

Hierzu braucht der Mensch verschiedene Fähigkeiten und Fertigkeiten:

 

- körperliche (wie z.B. Gehen, Greifen, Dinge tragen),

- geistige (wie z.B. Planung oder Konzentrationsfähigkeit),

- emotionale (wie z.B. Motivation und Antrieb),

- soziale (wie z.B. Körpersprache, Nähe- Distanz-Regulation).

 

Das wichtigste Ziel der Ergotherapie ist die Verbesserung der Handlungsfähigkeit.

 

 

Mensch

 

Jeder Mensch ist ein einzigartiges Wesen. Seine Interessen und Bedürfnisse stehen im Zentrum ergotherapeutischer Aktivitaeten.

 

Welche Bedürfnisse zu einem bestimmten Zeitpunkt seines Lebens,  eine besondere Bedeutung  für ihn haben und daher gefördert werden sollen, wird individuell mit dem Betroffenen erarbeitet. 


Der Alltag eines Menschen ist geprägt von dem, was er tun muss, tun möchte oder was von ihm erwartet wird.

 

Aus ergotherapeutischer Sicht müssen Handlungen aus diesen drei Bereichen in einem ausgewogenen Verhältnis stehen, damit die Gesundheit auf Dauer erhalten bleiben kann.

 

 

Umwelt

 

Die Umwelt beeinflusst die persönliche Bedeutung der Aktivitäten im Alltag eines Menschen. Sie kann sich auf seine Handlungsfähigkeit hemmend oder fördernd auswirken. Ein Gebäude, das nur über Treppen zugänglich ist, ist z.B. für einen Rollstuhlfahrer unerreichbar – eine Rampe ermöglicht es ihm, dieses Hindernis zu überwinden. Ein ergonomisch gestalteter Arbeitsplatz hilft, um z.B. Haltungsschäden vorzubeugen.

 

Die Gestaltung der Umwelt spielt in der Ergotherapie eine zentrale Rolle.

 

 

Lebensqualität

 

 Unter Lebenszufriedenheit verstehen wir ein subjektives psychisches Wohlbefinden als Ergebnis der Lebensqualität und als Ausmaß der Zufriedenheit mit der eigenen Situation in allen Bereichen des gegenwärtigen Lebens.

 

Lebensqualität und -zufriedenheit sind neben Handlungsfähigkeit und Teilhabe die wichtigsten Ziele der Ergotherapie.