Ergotherapeutische Schmerzbehandlung

Chronische Schmerzpatienten in der Ergotherapie

Leben mit chronischen Schmerzen

Was ist chronischer Schmerz?

  • Schmerz, der länger als 3-6 Monate vorhanden ist
  • Schmerz, der über die Dauer einer normalen Heilungsdauer hinausgeht und keinen direkten Zusammenhang mit einer körperlichen Schädigung, z.B. einer Wunde haben muss
  • Chronischer Schmerz ist ein zu behandelndes Hauptsymptom und wird zu einem eigenständigen Krankheitsbild
  • Ausbildung eines so genannten Schmerzgedächtnisses, daher können schon leichte sensible Reize wie Berührung, Wärme oder Dehnung ausreichen, um als Schmerzimpuls registriert zu werden.


Auswirkungen von chronischen Schmerzen


Emotional kognitiv:

  • Nervosität, Ängste, Unsicherheit
  • Stress (-reaktionen klingen langsamer ab)
  • depressive Verstimmungen bis zu Depressionen
  • Konzentrations- und Aufmerksamkeitsmangel


Körperliche Auswirkungen:

  • Schmerzen (Kopf, Magen, Schwindel, etc.), verringerte Ausdauer
  • Verringerte Dehnbarkeit der Muskulatur
  •  Verspannung, Muskelabbau, verringerte Mobilität
  • Müdigkeit, Appetitlosigkeit
  • Medikamentenabhängigkeit


Soziale Auswirkungen:

  • Veränderung der Kommunikationssituation, Verlust der Sozialkontakte
  • Verlust von Rollen und Funktionen
  • Verlust von Interessen und Hobbys
  • Arbeitsunfähigkeit, daraus resultierende finanzielle Problem


Ergotherapeutische Behandlungsinhalte bei chronischen Schmerzerkrankungen

Schmerzmanagement

  • Umgang mit Aktivitäten
  • Analyse des Aktivitätsmanagements
  • Aktivity pacing / bedarfsgerechte Pausensetzung


Ziele setzen

  • Smart-Regel: Spezifisch/ messbar/ erreichbar/ zeitlich terminiert


Stressbewältigung

  • Veränderung äußerer Anforderungen und Belastungen
  • Veränderung der persönlichen Einstellung und Bewertung
  • Maßnahmen zur Linderung der Beschwerden
  •  Erlernen von Entspannungsverfahren


Angewandte Verfahren:

  • Spiegeltherapie
  • EMG-Biofeedback
  • HOBS- Handlungsorientierte Behandlung für Schmerzpatienten
  • Entspannungsverfahren, z.B. progressive Muskelentspannung nach Jacobsen, Fantasiereisen, Autogenes Training
  •  Bewegungungstherapie (Reha-Pilates, Übungen nach der Feldenkrais-Methode

 

Individuelle Gestaltung der Therapie durch Klientenzentriertes Arbeiten

  • Unterstützung im Aufzeigen von Möglichkeiten um positiven Einfluss auf den Schmerz zu nehmen
  • Betätigungen in den Alltag integrieren, strukturieren/planen von Aktivitäten
  • Psychische Stabilisierung
  • Verbesserung der Körperwahrnehmung
  • Erlernen von Entspannungsverfahren

 


Ergotherapeutische Behandlung ist als Einzel- oder Gruppentherapie möglich

In der Gruppentherapie werden die Therapiebausteine zusätzlich von gruppendynamischen Aspekten unterstützt. Dies kann ein erster Schritt sein, sich wieder in soziale Bezüge zu begeben.